Hl. Geist-Kirche

Die in den Kirchspielen Recklinghausen St. Peter und Oer St. Peter und Paul gelegene Bauernschaft Essel wurde 1896 wegen der weiten Entfernung zur Pfarrkirche nach Suderwich St. Johannes umgepfarrt. Durch den Bau der Bergarbeiterkolonie „Am Kiesefeld“ in Oer wuchs nach 1900 die Bevölkerung stark an. Mit der Errichtung eines seelsorglich selbständigen Pfarrrektorats wurde Essel 1922 mit dem südlichen Teil von Oer-Erkenschwick von Suderwich St. Johannes abgetrennt. Die Pfarrerhebung erfolgte 1949.

Nach der Errichtung der Schule in Essel 1904 konnte nach demhlgeist1 ersten Weltkrieg im Jahr 1921 auch eine Kirche gebaut werden. Dabei handelte es sich zwar nur um eine Notkirche, die aber mit den drei Barockaltären, der Kanzel, der Kommunionbank und einigen Figuren sehr gut ausgestattet war. Die Einrichtung stammte aus Hülchrath bei Grevenbroich. Durch Vermittlung des Lehrers Sandrock kamen diese Ausstattungsstücke nach Essel. Den 2. Weltkrieg hat die Kirche ohne größeren Schaden überstanden. Am 10.2.1952 brach in der Sakristei der Kirche ein Brand aus. Dabei wurden die Altäre zerstört, die Figuren konnten aber gerettet werden. Schon am 9.11.1952 fand die Weihe eines Baugrundstückes für die neue Kirche statt. Am 11.1.1953 war die Grundsteinlegung. Architekt war Hans Ostermann aus Münster. Am 21.6.1953 wurde die Kirche geweiht.
Die Kreuzigungsgruppe, die Madonna und der Hl. Johannes Nepomuk fanden in der neuen Kirche ihren Platz. Im Laufe der nächsten Jahre wurden die Bemühungen um die weitere Ausstattung der Kirche weiter fortgesetzt. Ein Taufbrunnen aus Muschelkalk wurde vom Bildhauer H. G. Biermann aus Maria Laach geschaffen. Eine Darstellung der Taufe Jesu ziert ihn. 1959 wurde das Harmonium durch eine Orgel ersetzt. 1963 wurde ein neuer Kreuzweg angeschafft. Entwurf und Ausführung stammen von der Kunstlehrerin Annemarie Krettler.
hlgeist3Im Jahr 1985 war eine gründliche Renovierung der Kirche notwendig geworden. Dabei wurde der Altarraum neu gestaltet. Der neue Altar wurde im Chorraum nach vorne gesetzt. Eine Darstellung des Pfingstwunders, Maria im Kreis der Apostel, schmückt die Vorderseite. Ambo und Tabernakel wurden erneuert. Auf den Tabernakeltüren ist die wunderbare Brotvermehrung dargestellt. Die Kreuzigungsgruppe, der Hl. Johannes Nepomuk und die schöne Madonna wurden restauriert. Auch ein neuer Osterleuchter kam hinzu. An drei Stellen wird auf das Wort hingewiesen: “Wenn das Korn stirbt, bringt es reiche Frucht”. Alle Arbeiten wurden vom Kunstlehrer Herrmann Kirchhoff ausgeführt.
Für eine große Überraschung sorgte die Restaurierung der alten Monstranz. Der Goldschmied stellte an Hand der Zeichen fest, dass es eine Monstranz aus der Barockzeit war. Wie diese wertvolle Monstranz in den Besitz der Pfarrgemeinde kam ist nicht mehr festzustellen. Vermutlich kam sie mit der Barockausstattung aus Hülchrath nach Essel.
hlgeist2

| St. Barbara | Heilig Geist | St. Johannes | Liebfrauen | St. Petrus Canisius |