Pfingsten

Sr. Regina Lehmann: Feuer vom Himmel, 2014

 

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser,

Pfingsten feiern wir fünfzig Tage nach Ostern. Es ist das große Geburtsfest der Kirche, das uns daran erinnert, dass die Kirche nicht von Menschen „gemacht“ worden ist, sondern ihren Ursprung, ihre spirituellen Quellen und ihr Wirken einer anderen Kraft verdankt. In der Pfingstsequenz des Stephen Langton (gest. 1228) heißt es: „Höchster Tröster in der Zeit, Gast, der unser Herz erfreut, köstlich Labsal in der Not. In der Unrast schenkst du Ruh, hauchst in der Hitze Kühlung zu, spendest Trost in Leid und Not. Komm, o du glückselig Licht, fülle Herz und Angesicht, dring bis auf der Seele Grund. Ohne dein lebendig Wehn kann im Menschen nichts bestehn, kann nichts heil sein noch gesund.“

Um diesen göttlichen Geist wird zu Pfingsten gebetet! In einer Zeit, in der viele Gemüter und Diskussionen in unserer Gesellschaft und in unserer Kirche erhitzt sind, ist hier von „Kühlung“ die Rede, von „heil sein“ und „gesund“.

Wessen Geist bestimmt die Entscheidungen, die wir in der Kirche, in unserer Pfarrei zu treffen haben? Sind es die „Geister“ der Bewahrer, die keine Veränderung wollen und zulassen möchten nach dem Motto „Bei uns ist das aber nicht so. Bei uns muss alles so bleiben wie es ist. Wir lassen uns doch nicht von anderen vorschreiben was wir hier machen.“ Oder lassen wir uns auf den göttlichen Geist ein, der zwar zunächst verunsichert, Althergebrachtes und Vertrautes durcheinander wirbelt, schlussendlich aber neue lebenswerte Perspektiven eröffnet und zufrieden macht – und zwar alle? Ich hoffe, dass wir als Christenmenschen in der Pfarrei diesem Geist Raum in uns geben.

Die Überlegungen und ersten Schritte für den Pastoralplan unserer Pfarrei sind getan. Es ist ja der Prozess, der sich aus dem Recklinghäuser Stadtkonzil entwickelte. Der Pastoralplan bildet so etwas wie „Leitplanken“ für die pastorale Ausrichtung unserer Pfarrei mit seinen fünf Kirchorten. Mithilfe dieses Pastoralplans soll es „planvoll“ möglich sein, dass wir unser Leben als Kirche und unser Glaubenszeugnis in unserer Stadt verbinden, verknüpfen und intensivieren. Kein unnötiges Papier soll der Pastoralplan sein, sondern der Rahmen und die Ermutigung, sich für eine Kirche der Zukunft vom göttlichen Pfingstgeist leiten zu lassen. Und das wäre ja was, wenn Menschen bei uns etwas vom Geist der Zuwendung, der Freude an Gott und seinen Geschöpfen finden, also Lebensraum erfahren und finden.

Damit wir auch alle als Pfarrei mit hineingenommen werden in diesen pfingstlichen Prozess, werden die Gottesdienste am Dreifaltigkeitssonntag zur Thematik „Pastoralplan“ von der Steuerungsgruppe gestaltet sein. Apropos Steuerungsgruppe: Den engagierten Frauen und Männern, die sich für die Vorbereitungen zur Erstellung unseres Pastoralplans zusammengefunden haben, danke ich für ihr großes Engagement und dafür, dass sie sich trauen, auch mal quer und neu zu denken…

Im Namen des Pastoralteams und aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wünsche ich Ihnen und euch ein lebendiges und frohes Pfingstfest, das uns den Schwung und die Ideen gibt für alle vor uns liegenden Herausforderungen.

Mit pfingstlichen Grüßen: Ihr und euer Oliver Paschke, Pfarrer

 

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